Honorarfinanz Mobile Menu

Sei ängstlich, wenn andere gierig sind.

“Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Dieses bekannte Zitat von Investoren-Legende Warren Buffet trifft gerade in Zeiten wie diesen wieder zu.

Wer in ein fallendes Messer greift, schneidet sich zwangsläufig die Hand auf. Das gilt vor allem in der Küche so. Eine Börsenweisheit besagt das gleiche auch bei fallenden Aktienmärkten.

Aktuell haben wir weltweit fallende Märkte und viele Anleger haben hierzulande wieder mal falsch reagiert. Eine falsche Verhaltens -und Denkweise davon ist das so genannte prozyklische Verhalten.

Es besagt, dass Anleger dann Aktien kaufen, wenn die Kurse schon gestiegen sind und erst nach einem Kursrutsch verkaufen. Mit anderen Worten: Sie verpassen den Großteil eines Kursanstiegs, nehmen die anschließende Abwärtsphase aber überwiegend mit und verkaufen am Tiefpunkt panisch ihre Anteile.

Besser wäre aber der umgekehrte Weg, also sich antizyklisch zu verhalten, denn das ist eindeutig erfolgversprechender.  Allerdings hat die Umsetzung einer solchen Vorgehensweise seine Tücken.

“Kaufen, wenn die Kanonen donnern.” So lautet ein berühmter Ausspruch des Bankiers Carl Mayer von Rothschild. Er besagt, dass Anleger genau dann investieren sollten, wenn der Ausblick gerade besonders düster ist.

Doch daran haben sich die meisten Aktieninvestoren hierzulande in der Vergangenheit selten gehalten. Laut einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) haben sich die Anleger seit der Jahrtausendwende weitgehend prozyklisch verhalten.

Das Aktieninstitut stellte fest, dass sich Anleger zum Beispiel bis zum Kurstief im März 2003 in hohem Umfang bei fallenden Kursen von ihren Aktienbeständen getrennt haben und dies zwischen 2003 und 2007, als die Kurse schon wieder kletterten, fortsetzten. Erst kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 kam es wieder zu ersten Zukäufen. Auch wenn dieser Effekt zuletzt schwächer geworden ist, wie das DAI feststellt, so scheint dieses prozyklische Verhalten doch grundsätzlich noch vorhanden zu sein. Und das führt dazu, dass Anlegern ein Großteil der am Aktienmarkt möglichen Rendite entgeht, sie aber Verluste überwiegend mitnehmen und realisieren.

Zweifelsohne gibt es bessere Strategien. Gerade bei Aktieninvestments ist es sinnvoll gegen den Strom zu schwimmen und genau dann zu investieren, wenn die Wirtschaft einbricht und die Aktienkurse in den Keller rauschen.

Dass das eine erfolgreiche Strategie sein kann, erschließt sich fast intuitiv. So war zum Beispiel in den Jahren 2002 und 2008/09 die Wirtschaft jeweils eingebrochen, was die Aktienmärkte weltweit tief ins Minus drückte. Nun aber waren Dax & Co. auch sehr günstig bewertet und als die Konjunktur wieder ins Laufen kam, besserten sich die Gewinnaussichten der Unternehmen. Die Kurse begannen zu klettern. Dagegen ist nach ein paar Jahren Kursanstieg, wie wir es zuletzt gesehen haben, das Potenzial für weiter steigende Kurse naturgemäß eher begrenzt.

Doch genau hierin liegt das Problem dieser Vorgehensweise da es ungeheuer schwer ist, sich gegen den Markt zu stellen. Man müsste ja genau in dem Augenblick in Aktien investieren, in dem diese niemand will und die Aussichten extrem düster sind. Für Anleger eine hohe Hürde. Dazu kommt, dass es für viele kaum möglich sein dürfte, einzuschätzen, ob ein Markt nun günstig oder teuer ist.

Erfahrungen & Bewertungen zu Honorarfinanz AG Honorarfinanz AG hat 4,87 von 5 Sternen | 98 Bewertungen auf ProvenExpert.com