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ETFs und Inflation: Wie können Anleger ihr Portfolio absichern?

Der ETF-Ratgeber von Davor Horvat

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Nachrichten über hohe Inflationsraten beherrschten in den letzten Monaten die Berichterstattung, im Dezember 2021 kletterte die Inflationsrate in Deutschland mit +5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat [1] sogar auf ein Rekordhoch im Vergleich zu den letzten 30 Jahren. Meldungen wie diese verunsichern Verbraucher und Sparer gleichermaßen, denn das Geld verliert in allen Bereichen an Kaufkraft. Viele Anleger fragen sich daher, was eine hohe Inflationsrate für ihre Vermögensanlage bedeutet.

In unserem Ratgeber erklären wir, was genau die Inflation für Anleger bedeutet, welche ETFs einen Inflationsschutz bieten und mit welchen Strategien Sparer sich absichern können.

Das Wichtigste zum Thema ETFs und Inflation kurz zusammengefasst:

  • Die Inflation drückt sich in Preissteigerungen bei Gütern und Dienstleistungen aus und bewirkt, dass das Geld an Kaufkraft verliert. Das hat auch Auswirkungen auf Sparer, denn je höher die Inflation, desto weniger kann man in Zukunft von dem Ersparten kaufen.
  • ETFs können für Anleger einen gewissen Inflationsschutz bieten. Das gilt vor allem für ETFs auf Aktien, Rohstoffe und Gold, aber auch inflationsgeschützte Anleihen-ETFs können eine Möglichkeit sein, das Portfolio gegen Inflation abzusichern.
  • Grundsätzlich sollten Anleger sich von hohen Inflationsraten nicht abschrecken lassen und dadurch in ihr Portfolio eingreifen. Eine langfristige Anlagestrategie hat sich auch bei hoher Inflation bewährt, um negative Wertentwicklungen abzufangen.

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Was bedeutet Inflation?

Die Inflation – auch als Preissteigerungsrate oder Teuerung bezeichnet – beschreibt den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus einer Wirtschaft über einen bestimmten Zeitraum. Steigt das allgemeine Preisniveau, kann man mit jeder Geldeinheit weniger Güter und Dienstleistungen kaufen.

Einfach ausgedrückt, beschreibt die Inflation also den Wertverlust des Geldes. Steigen die durchschnittlichen Preise von Produkten und Dienstleistungen, können Verbraucher mit dem vorhandenen Geld weniger kaufen als vor der Inflation. Grundlage für die Messung der Inflation ist ein Preisindex, für den über einen bestimmten Zeitraum ca. 750 Güter inklusive ihrer Preissteigerungen betrachtet werden. Dazu haben Statistiker einen fiktiven Warenkorb definiert. Dieser enthält z. B. Alltagsprodukte, Gebrauchsgüter und Dienstleistungen, für die ein privater Haushalt Geld ausgibt. Um die Inflationsrate zu ermitteln, wird der Gesamtpreis des Warenkorbs in einem Monat des Vorjahres mit dem gleichen Monat des aktuellen Jahres. Bei einer Inflationsrate unter 5 Prozent spricht man von einer schleichenden Inflation. Diese wird allgemein als positiv angesehen, da sie den Konsum und die Wirtschaft ankurbelt. Bei einer hohen Inflation steigen dagegen die Löhne der Verbraucher deutlich langsamer als die Preise, worunter die Wirtschaft leidet.

Der Warenkorb bildet natürlich nur einen Durchschnitt ab, da er nach repräsentativen Konsumgewohnheiten erstellt wurde. Im Einzelfall kann das natürlich anders aussehen, z. B. treten keine Mietkosten auf, wenn man in einem eigenen Haus wohnt. Eine hohe Inflation wird für Verbraucher also in verschiedenen Bereichen spürbar, angefangen von Energiepreisen über Konsumgüter bis hin zu Nahrungsmitteln.

Was passiert mit ETFs bei Inflation?

Die Inflation hat grundsätzlich auch einen Einfluss auf Sparer und ihre Geldanlage, da sie die Kaufkraft in der Zukunft mindert. Das kostet ETF-Anleger indirekt etwas von ihrer Rendite.

Doch welche Inflationsrate ist tolerabel und ab welcher Höhe müssen Anleger mit einem Schaden für ihre Geldanlage rechnen? Experten sind sich insgesamt uneinig darüber, welche Höhe von Inflation „gesund“ ist. Einige Prozent können nämlich durchaus vorteilhaft sein, um den Wandel im Kapitalismus voranzutreiben. Eine zu hohe Inflationsrate kann eine Volkswirtschaft dagegen lähmen, was sich in vielen Entwicklungsländern beobachten lässt. Aktuell befindet sich die Inflation in Deutschland auf einem Höchststand seit 30 Jahren, was viele Anleger verunsichert und die Frage aufwirft, ob ETFs eine inflationssichere Geldanlage darstellen oder nicht.

Warum können ETFs bei Inflation schützen?

Mit ETFs haben Anleger die Möglichkeit, einfach und kostengünstig an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilzuhaben. Durch die teils sehr breite Streuung sind ETFs ein geeignetes Mittel, um Inflation zu begegnen und Vermögen vor der Entwertung zu schützen.

Das hat einfach den Grund, dass es historisch gesehen zwar eine sichtbare Geldentwertung gab, sich die Kapitalmärkte allerdings im gleichen Zeitraum sehr viel besser entwickelt haben. So könnte man z. B. mit 10.000 Euro von vor zehn Jahren heute nur noch Waren in einem Wert von 9.180 Euro kaufen, da man durch die Geldentwertung der letzten zehn Jahre eine Kaufkraft in Höhe von 820 Euro verloren hat. Wer allerdings vor zehn Jahren 10.000 Euro in den MSCI World Index investiert hat, hätte noch einen Wert von 18.433 Euro. Betrachtet man diese Unterschiede zwischen der Entwertung des Geldes und der Marktrendite über einen noch längeren Zeitraum, dann fällt dieser Unterschied sogar noch drastischer ins Gewicht.

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Welche ETFs bieten einen Schutz gegen Inflation?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGGrundsätzlich sind ETFs auch in Krisenzeiten eine gute Geldanlage, da sie eine gute Risikostreuung aufweisen und gleichzeitig eine deutlich höhere Rendite versprechen als Anlageformen wie Festgeld oder Tagesgeld. Im Vergleich zu Einzelaktien bieten ETFs auf Aktien eine bessere Streuung und auch einen Inflationsschutz. Als Sachwerte entwickelt sich der Wert von Aktien parallel zur Inflation, wodurch Anleger mit steigenden Kursen und Dividenden profitieren können. Dieser Effekt überträgt sich auch bei der Investition in ETFs. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Nachrichten über steigende Inflationsraten und ihre Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher stärken das Bedürfnis, das eigene Portfolio gegen eine Entwertung abzusichern und einen Inflationsschutz zu schaffen. Die gute Nachricht für Anleger: Es gibt einige ETFs, die einen Inflationsschutz bieten, wenn sie bereits im Portfolio vorhanden sind.

Zu den ETFs mit Inflationsschutz gehören:

  • ETFs auf Aktien
    Generell können Aktien von Unternehmen, welche die durch die Inflation steigenden Preise einfach an ihre Kundschaft weitergeben können, unempfindlicher gegenüber der Entwertung sein. Beispiele dafür sind Strom oder Grundnahrungsmittel, die immer gebraucht werden. Darüber hinaus lassen sich die Folgen der Inflation auch mit Aktien-ETFs auf Branchen wie Basiskonsumgüter oder Energieversorger abfedern. Insgesamt können Sparer sich mit Aktien-ETFs als Teil der Anlagestrategie gegen Inflation absichern. Darüber hinaus können auch ETFs auf Aktien von Technologieunternehmen einen Schutz vor Inflation bieten. Ein Beispiel dafür ist der Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF, der in Unternehmen aus dem Sektor Informationstechnologie, u. a. Apple und Microsoft, investiert.
  • ETS auf Rohstoffe
    Investments in Rohstoffe können ebenfalls einen Inflationsschutz bieten, da Rohstoffe oft selbst Treiber der Inflation sind. Anleger können daher auch über ETFs inflationssicher in Rohstoffe investieren und ihr Portfolio absichern.
  • Investment in Gold
    Gold gilt seit jeher als Inflationsschutz, da es eine Art der unabhängigen Währung darstellt. Sparer können direkt Goldbarren und -münzen erwerben, aber auch mit Gold-ETFs und Gold-ETCs inflationssicher in das Edelmetall investieren.

ETFs auf inflationsgeschützte Anleihen

Eine relativ neue Möglichkeit bieten ETFs auf inflationsgeschützte Anleihen. Dabei handelt es sich um Staatsanleihen, bei denen am Ende der Laufzeit bei Fälligkeit ein Inflationsausgleich gezahlt wird. Mittlerweile existieren verschiedene ETFs, die Indizes auf inflationsgeschützte Staatsanleihen abbilden. Diese Fonds werden auch als Inflation Linked Bonds – kurz Linker – bezeichnet. Ihr Hauptmerkmal ist eine variable Verzinsung, die an die Inflationsrate gekoppelt ist. Das bedeutet, dass sich Preissteigerungen in höheren Zinsen niederschlagen. Solche Anleihen werden als Staatsanleihen von verschiedenen Staaten herausgegeben, darunter Deutschland, Großbritannien und die USA. Ein Beispiel für einen inflationsgeschützten Anleihen-ETF ist der iShares Global Inflation Linked Govt Bond UCITS ETF USD, der den Barclays Capital World Government Inflation-Linked Bond Index abbildet. Anleger, die lieber auf die europäische Wirtschafts- und Währungsunion setzen, können sich z. B. den iShares Euro Inflation Linked Govt Bond UCITS ETF anschauen.

Doch auch, wenn diese Anleihen-ETFs gegen Inflation schützen könnten, sind sie nicht frei von Risiken. Das sollten Anleger bei der ETF-Portfolio Aufteilung unbedingt beachten. Zu den wichtigsten Risiken zählen das Zinsänderungsrisiko und das Kreditausfallrisiko. Während der Laufzeit der Anleihen können sich die Zinsen ändern. Steigen die Zinsen, wird eine inflationsgeschützte Anleihe gegenüber einer nicht-inflationsgeschützten Anleihe unattraktiver, da der Kurs sinken würde. Das Zinsänderungsrisiko wird umso größer, je länger die Laufzeit einer Anleihe ist. Diese Risiken gelten auch für die Absicherung von ETFs gegen Inflation mit inflationsgeschützten Anleihen.

Anleihen dienen generell als risikoarmer Teil im Portfolio und sollten hier je nach Gewichtung fein dosiert eingesetzt werden. Wer z. B. sein Portfolio zum Schutz vor Inflation z. B. zu 50 Prozent in Aktien und zu 50 Prozent in Anleihen aufteilt, sollte maximal einen Anteil von fünf bis zehn Prozent in inflationsgeschützte Anleihen-ETFs investieren.

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Hohe Inflationsrate – sollten Anleger aktiv handeln?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGAnleger in ETFs sind bei hoher Inflation verständlicherweise verunsichert. Trotzdem sollte man unbedingt davon absehen, aktiv ins Portfolio einzugreifen in dieser Situation. Wer bei der Zusammenstellung des Portfolios bereits inflationsgeschützte ETFs aufgenommen hat, muss hier sowieso nicht handeln. Aber auch, wer das Thema ETFs und Inflation nicht berücksichtigt hat, sollte sich weiter an seine Anlagestrategie halten und nicht eingreifen. Langfristig gleichen sich nämlich auch in dieser Situation eventuelle Verluste wieder aus. Wer eingreift und überstürzt Titel verkauft, riskiert dagegen deutlich höhere Verlustes. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Fazit: So können sich ETF-Anleger vor Inflation schützen

Kurzfristig haben Anleger nur geringe Chancen, sich aktiv mit ETFs gegen die Inflation und die damit verbundene negative Wertentwicklung des Geldes zu wehren. Allerdings bietet es bereits einen gewissen Inflationsschutz, über einen langen Zeitraum auf Investments zu setzen, die langfristig Renditen abwerfen. Das kann z. B. mit einem langfristigen Investment in den breit gestreuten MSCI World ETF funktionieren. Gleichzeitig können natürlich auch Anleihen-ETFs als inflationssicherer Anteil ins Portfolio aufgenommen werden. Selbstverständlich ist die Rendite von ETFs in der Zukunft nicht garantiert, allerdings ändert sich die Funktion des MSCI World ETFs beispielsweise nicht, solange das ökonomische System in seiner jetzigen Form weiterhin besteht.

Bei kurzfristigen Investments am Kapitalmarkt sind grundsätzlich immer Verluste möglich. Aus diesem Grund lohnt sich die Geldanlage für Anleger vor allem dann, wenn sie das Geld mindestens über eine Wirtschaftskrise retten können, indem sie langfristig investieren. Wer ETFs als Mittel gegen Inflation nutzen möchte, sollte daher eine langfristige Anlagestrategie wählen. Dies ist sowohl über einen ETF-Sparplan als auch über die einmalige Investition in ausgewählte Indexfonds möglich.

Wer bei der Zusammenstellung eines ETF-Portfolios auf einen Schutz vor Inflation achten möchte, aber persönlich mit der Auswahl passender Fonds überfordert ist, kann dazu auf unsere kompetente Unterstützung vertrauen. Unsere Honorarberater vor Ort sowie unsere Anlageberatung sind jederzeit für Sie da und beraten Sie gerne rund um das Thema ETFs und Inflation.

[1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/01/PD22_025_611.html

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Davor Horvat

Davor Horvat ist seit 1995 in der Finanzbranche tätig. Als staatlich zugelassener Honorar-Anlageberater konzentriert er sich auf ganzheitliche Finanz- und Liquiditätsplanung mit Fokus auf Exchange Traded Funds (ETFs). Davor Horvat ist Gründer und Vorstand der Honorarfinanz AG. Seine mehr als 25-jährige Erfahrung in der Finanzbranche gibt er in zahlreichen Publikationen und Interviews, aber auch in Seminaren an Anleger weiter.


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