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Kosten von ETFs

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14. Mai 2021

Exchange Traded Funds (ETFs) sind Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Sie zeichnen sich besonders durch ihre Kosteneffizienz aus. Da ETFs die Wertentwicklung eines Index (z. B. DAX, MSCI World) automatisch abbilden, fallen keine Gebühren für ein aktives Fondsmanagement an. Doch was kosten ETFs wirklich?

In unserem Ratgeber nehmen wir uns nicht nur der Frage an, was ETFs kosten, sondern erklären Ihnen, aus welchen Bestandteilen sich die Gebühren zusammensetzen.

Wichtiges zu den ETF-Kosten im Überblick:

  • Die Gesamtkostenquote (TER) ist bei der Auswahl geeigneter ETFs ein wichtiges Entscheidungskriterium
  • Darin werden die wesentlichen Gebühren von ETFs wie Verwaltungsgebühren, Kosten für ein Depot, Lizenzgebühren und Vertriebsgebühren zusammengefasst
  • Einmalige Transaktionskosten oder Ordergebühren von ETFs sind nicht in der TER aufgeführt, werden aber in der Total Cost of Ownership (TCO) zusammengefasst

Wie hoch sind die Kosten beim Kauf von ETFs?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGMit ETFs können Sie kosteneffizient weltweit und gezielt in Branchen investieren – ohne teure Managementkosten. Auch können Sie monatliche Beträge per Sparplan investieren. Da für ETFs nur geringe Gebühren anfallen, sind sie bei Anlegern besonders beliebt. Vereinfacht gesagt: Je niedriger die Kosten, desto höher die Rendite eines Indexfonds. Einen Hinweis auf die jährlich anfallenden Kosten gibt die Gesamtkostenquote. Denken Sie aber daran, dass diese nicht alle Kosten eines ETFs umfasst. Transaktionskosten oder Ordergebühren müssen hinzugerechnet werden. Auch anfallende Steuern sind zusätzlich zu berücksichtigen. Trotz dessen sind ETFs um einiges kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Im Durchschnitt liegen die Kosten eines ETFs zwischen 0,05 und 0,75 % p.a. Da ETFs nicht aktiv verwaltet werden, sind diese deutlich kosteneffizienter als Fonds – Es fallen demnach keine hohen Managementkosten an.

Mit diesen ETF-Kosten sollten Anleger beim Kauf rechnen:

  • Transaktionskosten
    Transaktionskosten fallen einmalig beim Kauf bzw. Verkauf der ETFs an. Besonders bei Indizes mit vielen Titeln können die Transaktionskosten die eigentlichen Kosten der Anlage stark erhöhen. Weil sich diese Kosten nicht vorhersehen lassen, sind diese auch nicht in der TER enthalten.
  • Verwaltungsgebühren
    Die Verwaltungsgebühren von ETFs beinhalten Kosten für Personal und Betrieb. In der Regel werden diese automatisch vom Fondsvermögen abgezogen.
  • Kosten für Depotführung
    Die Kosten für ein Depot fallen unabhängig von dem ETF an. Sie werden von der Bank oder dem Broker erhoben, bei denen das Wertpapierdepot eröffnet wird.
  • Lizenzgebühren
    ETFs, die einen Index wie den MSCI World nachbilden, müssen dafür zunächst eine Lizenz erwerben. Die Lizenzgebühr ist an den Indexbetreiber zu zahlen.
  • Vertriebsgebühren
    Die Vertriebsgebühren fallen für Vertriebsmaterial wie Broschüren oder den Kundenservice an. Auch die Vermarktung der ETFs ist mit diesem Teil der Kosten abgegolten.

Wie sich die Kosten von ETFs und Fonds unterscheiden

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGBei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Fondsmanagement darüber, in welche Wertpapiere der Fonds investiert. Das Ziel ist es, langfristig besser als der Markt abzuschneiden – also eine Überrendite zu erzielen. Für die Verwaltung verlangen Fondsmanager natürlich zusätzliche Gebühren. Bei passiven ETFs gibt es kein aktives Fondsmanagement, weshalb die Kosten geringer sind als bei den aktiven Fonds. Um die Kosten kompensieren zu können, müssen sich die Wertpapiere von aktiv gemanagten Fonds überdurchschnittlich gut entwickeln. Konkret heißt das: Die Kosten für eine aktives Management rechnen sich nur, wenn der Markt renditetechnisch geschlagen wird. Mit Blick auf einige Studien1 lässt sich aber feststellen, dass aktiv gemanagte Fonds nur selten den Index übertreffen. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

1  https://rickferri.com/wp-content/uploads/2018/05/WhitePaper.pdf

Ein Beispiel:
Gehen wir einmal davon aus, dass Sie mit einem Sparplan 200 Euro monatlich investieren möchten. Vereinfacht wird bei beiden Anlagemöglichkeiten eine jährliche Rendite von 5 % angenommen. Die Kosten für ETFs liegen bei 0,5 % und die für aktiv gemanagten Fonds bei 2,5 %. Wie sich die Kosten auf die Rendite auswirken, zeigen wir Ihnen in diesem Beispiel:

Kontostand nachETFsAktiv gemanagte Fonds
1 Jahr2.457,832.431,28
5 Jahren13.440,2412.758,00
10 Jahren30.171,8727.132,95
15 Jahren51.000,9043.329,78
20 Jahren76.930,7561.579,41
Rendite28.930,7513.579,41

Nach 20 Jahren übersteigt die Rendite der ETFs die der Fonds um ganze 15.357,34 Euro. Auch wenn sich die Kosten von passiven ETFs und aktiven Fonds nur um 2 % unterscheiden, wirken sich diese gerade in den letzten Jahren enorm auf die Rendite aus.

Ob ein ETF-Sparplan oder eine Einmalanlage am Ende für Sie günstiger ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Die Gebühren einzelner ETFs sind von verschiedenen Kriterien abhängig

Die Kosten einzelner ETFs können sich auch nach Asset oder Anlageklasse unterscheiden. Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie dem Risiko der Anlage ab.

  • Anlageklassen
    Gebühren von ETFs können sich je nach Anlageklasse deutlich unterscheiden. ETFs auf Rohstoffe oder Immobilien sind beispielsweise etwas teurer als ETFs auf Anleihen oder Aktien.
  • Länder
    Deutliche Unterschiede sind auch zwischen den Ländern bzw. Regionen festzustellen. Während Schweden-ETFs bspw. gerade besonders günstig sind, liegen Indien-ETFs im teureren Bereich.
  • Sektoren
    Zu den teureren Sektoren gehören ETFs auf Bereiche wie alternative Energien, Wasser oder Infrastruktur. ETFs auf Sektoren wie Konsumgüter, Banken oder Gesundheit sind derzeit etwas kostengünstiger.
  • Anleihetypen
    Auch die Kostenunterschiede im Bereich der Anleihen-ETFs sind deutlich. Während auf ETFs auf Wandelanleihen eher höhere Kosten anfallen, sind ETFs auf Staats- oder Unternehmensanleihen günstiger.

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Total Expense Ratio – Die Gesamtkostenquote von ETFs

Die Total Expense Ratio (TER) bildet die wesentlichen Kosten einer Investition in ETFs in einem zentralen Prozentsatz ab. Bereits seit einigen Jahren ist die Angabe der TER in Deutschland verpflichtend. Damit soll maximale Transparenz beim Kauf von ETFs garantiert werden. Anleger können die TER entweder im Produktbeiblatt KIID oder im Factsheet des jeweiligen ETFs nachlesen.

In der TER enthalten sind:

  • Verwaltungsgebühren
  • Depotgebühren
  • Lizenzgebühren
  • Vertriebsgebühren

ETFs mit niedriger TER haben aber nicht zwangsläufig eine bessere Rendite als ETFs mit höherer TER.

Handels- und Transaktionskosten von ETFs sind nicht in der Gesamtkostenquote enthalten

Wenn Sie ETFs kaufen, fallen weitere Kosten und Spreads (Geld-Brief-Spannen) an, die nicht in der Gesamtkostenquote aufgeführt werden.

Generell unterscheidet man beim Handel mit ETFs zwischen zwei Preisen: dem Briefkurs und dem Geldkurs. Letzterer gibt den Preis an, zu welchem ETF-Anteile vom Händler gekauft werden. Der Briefkurs steht für den Preis, zu dem ETF-Anteile verkauft werden.

In der Regel bezahlen Anleger also für den Kauf von ETFs etwas weniger als den Marktpreis und erhalten auch beim Verkauf einen geringeren Preis zurück. Den Unterschied nennt man auch Geld-Brief-Spanne.

Außerdem sind Transaktions- und Handelskosten nicht in der TER aufgeführt. Diese Kosten lassen sich nicht vorhersagen, weshalb sie zur Gesamtkostenquote noch hinzugerechnet werden müssen.

Nicht enthalten sind auch:

  • Swap-Gebühren
    Bei einer synthetischen Replikation wird der Index über den Kauf bzw. Verkauf von Derivaten abgebildet. Dies geschieht mit einem Tauschgeschäft – dem Swap. Die Kosten, die bei einem Swap anfallen, sind nicht in der TER enthalten.
  • Erträge einer Wertpapierleihe
    Auch Gewinne, die mit der Verleihung von Wertpapieren erzielt werden, sind nicht in der TER inbegriffen.
  • Transaktionskosten auf Fondsebene
    Diese ETF-Kosten entstehen, wenn das Portfolio umgeschichtet werden muss. Spreads und Gebühren für den Broker gehören zu diesen Kosten.

Total Cost of Ownership (TCO) – Zusammenfassung aller Kosten

Die Total Cost of Ownership, kurz: TCO, zeigt die tatsächlichen Kosten von ETFs auf. Die TCO misst auch ETF-Kosten, die in der TER nicht berücksichtigt werden. Hier sind z. B. zusätzliche Ausgaben für die Neugewichtung bei physisch replizierenden ETFs, wie Handelsgebühren und Spreads, enthalten. Auch die Swap-Gebühr bei synthetisch replizierenden ETFs ist aufgeführt. Die TCO greift auch anfallende Steuern für ETFs und Erträge, die erwirtschaftet werden können, auf. Zudem werden Transaktionskosten und Ordergebühren der ETFs addiert. Der Nachteil: Die TCO findet sich weder im Factsheet noch auf der Webseite der Anbieter.

Mehr über synthetische oder physische ETFs finden Sie im passenden Ratgeber.

Tracking Differenz

Die Tracking Differenz (TD) zeigt den Unterschied zwischen der Rendite des ETFs und der Rendite des zugrundeliegenden Index, der vom ETF nachgebildet wird. Ganz vermeiden lässt sich die Tracking Differenz nicht – kann aber durch eine Reduktion der Kosten beschränkt werden.

Zur Berechnung gilt folgende Formel:

TD = ETF-Rendite – Rendite des Referenzindex

Beispiel: Beträgt die Rendite des Referenzindex 8 %, aber der entsprechende ETFs erwirtschaftet nur 7 % Rendite, dann liegt die Tracking Differenz bei -1 %.

Die Tracking Differenz zeigt die effektiven Gesamtkosten der ETFs an. In einigen Fällen kann die Tracking Differenz aber auch positiv ausfallen. Das kann z. B. passieren, wenn ein ETF von zusätzlichen Einnahmen oder Steuervergünstigungen profitiert. Um die Tracking Differenz eines ETFs gegenüber dessen Basisindex einzuschätzen, sollten Sie auf langfristige Vergleiche zurückgreifen.

Was ist der Unterschied zwischen der Tracking Differenz und dem Tracking Error?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGAnleger sollten den Unterschied zwischen der Tracking Differenz und dem Tracking Error genau kennen. Die Tracking Differenz zeigt die Differenz zwischen den ETFs und dem Vergleichsindex in einem bestimmten Zeitraum. Dagegen misst der Tracking Error bestimmte Abbildungsfehler. Börsengehandelte Indexfonds sollten den zugrundeliegenden Index immer möglichst genau nachbilden. Das ist in der Praxis jedoch nicht immer möglich. Mit dem Tracking Error lassen sich Schwankungen der Abweichung zwischen der tatsächlichen Entwicklung und den ETFs beurteilen. Ein kleiner Wert zeigt, dass der ETF den Index mit nur geringen Schwankungen abbildet. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Überrendite des ETFs zum Index herangezogen. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Übersicht über die Kosten von ETFs

KennzahlKostenErklärung
GesamtkostenquoteVerwaltungsgebührenPersonalkosten, Softwarekosten, Betriebskosten
DepotgebührenGebühren für Depotbank
LizenzgebührenLizenz für die Nachbildung eines Index
VertriebskostenKosten für Produktblätter, Kundenservice, Vermarktung
Transaktionskosten und OrdergebührenHandelskosten für den Kauf und Verkauf einzelner Titel
Swap-GebührenGebühren, die bei synthetisch replizierenden ETFs durch das Tauschgeschäft entstehen
Steuern25 % Abgeltungssteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer

Fazit: ETFs als kostengünstige Möglichkeit weltweit & diversifiziert zu investieren

ETFs sind eine kostengünstige Möglichkeit in Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und den Geldmarkt zu investieren. Mit einem Sparplan können Sie auch schon kleinere Beträge investieren – in der Regel fallen dafür keine zusätzlichen Kosten an. In diesem Rategeber haben wir uns die Kosten für ETFs etwas genauer angeschaut.

Einen guten Überblick über die ETF-Kosten gibt die Gesamtkostenquote, die in Deutschland verpflichtend angegeben werden muss. Darin sind beispielsweise die Verwaltungsgebühren für ETFs enthalten. Es fallen allerdings auch einige Kosten an, die nicht in der TER angegeben werden. Einen Aufschluss über die gesamten Kosten von ETFs kann die Total Cost of Ownership geben – hier sind z. B. auch Transaktionskosten enthalten.

Anleger sollten auf jeden Fall nicht nur die einmaligen Kosten betrachten, sondern immer einen Blick auf die laufenden Kosten der ETFs werfen. So können Sie sich einen umfassenden Überblick verschaffen. Benötigen Sie Hilfe? Unsere Honorarberater vor Ort sowie unsere Anlageberatung sind jederzeit für Sie da.

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Davor Horvat

Davor Horvat ist seit 1995 in der Finanzbranche tätig. Als staatlich zugelassener Honorar-Anlageberater konzentriert er sich auf ganzheitliche Finanz- und Liquiditätsplanung mit Fokus auf Exchange Traded Funds (ETFs). Davor Horvat ist Gründer und Vorstand der Honorarfinanz AG. Seine mehr als 25-jährige Erfahrung in der Finanzbranche gibt er in zahlreichen Publikationen und Interviews, aber auch in Seminaren an Anleger weiter.


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