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Swap-ETFs: Wie funktionieren sie und wie risikoreich sind diese Indexfonds?

Der ETF-Ratgeber von Davor Horvat

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Wer sich mit dem Aufbau eines ETF-Portfolios beschäftigt, kann aus physisch replizierenden und synthetisch replizierenden ETFs wählen. Letztere werden auch als Swap-ETFs bezeichnet. Während bei physisch replizierenden Fonds die Nachbildung des Index durch den exakten Kauf der Wertpapiere des Referenzindex passiert, funktioniert die Replikation bei Swap-ETFs über ein Tauschgeschäft. Synthetische ETFs werden oft als risikoreicher bezeichnet und sind deutlich komplexer in ihrer Funktionsweise.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Swap-ETFs funktionieren, welche Risiken diese ETFs haben und wann sie für Anleger sinnvoll sein können.

Das Wichtigste zu Swap-ETFs kurz zusammengefasst:

  • Synthetisch replizierende bzw. Swap-ETFs haben die Besonderheit, dass sie einen Index nachbilden, ohne exakt die Aktien und Wertpapiere des Referenzindex zu kaufen. Stattdessen erfolgt die Nachbildung über ein Tauschgeschäft mit einem Swap-Partner.
  • Im Gegensatz zu physisch replizierenden können synthetisch replizierende ETFs auch schwer abbildbare Aktienmärkte und Rohstoffe nachbilden. Allerdings gibt es auch Standard-Indizes wie den MSCI World als Swap oder physisch replizierenden ETF.
  • Swap-ETFs bergen im Gegensatz zur physischen Replikationsmethode ein zusätzliches Kontrahentenrisiko und sind aufgrund ihrer komplexen Funktionsweise besonders für Börseneinsteiger weniger verständlich.

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Was sind Swap-ETFs?

Bei einem Swap-ETF handelt es sich um einen ETF mit synthetischer Replikationsmethode. Bei dieser Art der Replikation wird der Index über ein Tauschgeschäft (sog. „Total-Return-Swap“) nachgebildet. Dabei schließt der ETF-Anbieter einen Vertrag mit einem Tauschpartner, z. B. einer Bank, der sich dazu verpflichtet, dem ETF im Austausch gegen eine Gebühr die Rendite des Referenzindex zu liefern.

Die Besonderheit bei Swap-ETFs ist, dass sie einen Index eins zu eins nachbilden, ohne dessen exakte Aktien und Wertpapiere zu kaufen. Deshalb bezeichnet man die synthetische Indexabbildung auch als künstliche Replikationsmethode.

Warum gibt es Swap-basierte ETFs?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGSwap-ETFs sind dann von Bedeutung, wenn ein Index in bestimmten Fällen effizienter und besser nachgebildet werden soll. Da die physische Replikationsmethode bei Märkten mit Handelsrestriktionen, Eigentumsbeschränkungen oder verschiedenen Zeitzonen schwierig sein kann, schaffen synthetisch replizierende Fonds hier eine Lösung. Auch die Investition in Rohstoffe funktioniert nicht über die physische Nachbildung, sondern muss über synthetisch replizierende ETFs bzw. Swap-ETFs abgebildet werden. Das hat ganz einfach den Grund, dass man Gold nicht physisch über die Börse handeln kann und deshalb andere Investitionsmöglichkeiten geschaffen werden müssen. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Wie funktionieren Swap-basierte ETFs?

Bei Indexfonds unterscheidet man je nach Replikationsmethode zwischen synthetischen oder physischen ETFs. Während physisch replizierende ETFs einen Index nachbilden, indem sie exakt die Wertpapiere und Positionen kaufen, die auch im Referenzindex enthalten sind, funktionieren synthetische ETFs bzw. Swap- ETFs etwas anders und auch komplexer.

Bei einem Swap – auf Deutsch „Tausch“ – handelt es sich im Prinzip um einen Renditetausch. Das Tauschgeschäft wird zwischen zwei Parteien, den sog. Kontrahenten, geschlossen und findet abseits der Börse statt. Dabei ist ein Kontrahent der ETF-Anbieter und auf der anderen Seite steht der Swap-Partner. In der Regel handelt es sich dabei um eine Bank, nicht selten der Mutterkonzern des ETF-Anbieters. Das ist z. B. bei Xtrackers der Fall, einem ETF-Anbieter, der zur Deutschen Bank gehört. Die beiden Parteien schließen ein „Over-the-counter“-Geschäft ab. Dabei stellt der Swap-ETF ein Portfolio aus Aktien und Wertpapieren zusammen, das mit dem eigentlichen nichts zu tun hat. In dieses Portfolio investieren Anleger. Der Swap-Partner bildet dagegen den Referenzindex ab. Durch den Tausch bekommt der ETF die Rendite des Swap-Partners und umgekehrt. Aus diesem Grund ist es grundlegend für das Tauschgeschäft, dass bei beiden Portfolios bei positiver Wertentwicklung eine ähnliche Rendite zu erwarten ist. Wäre das nicht gegeben, würde eine der Parteien Verluste machen.

Die Funktionsweise Swap-basierter ETFs lässt sich am besten anhand eines konkreten Beispiels nachvollziehen. Investiert ein Anleger z. B. in einen MSCI World ETF mit synthetischer Replikation, hält der Swap-Partner zwar den Index des MSCI World, allerdings bekommt er durch den Tausch die Rendite des Trägerportfolios. Dieses kann völlig andere Aktien und Titel als der eigentliche MSCI World enthalten. Der ETF-Anbieter erhält wiederrum die Rendite des MSCI World aus dem Portfolio des Swap-Kontrahenten. Anleger sollten sich daher genau überlegen, ob sie in einen MSCI World ETF als Swap oder physisch replizierend investieren, da man mit einem Swap-ETF nicht genau die Positionen des MSCI World Indizes kauft.

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Swap-ETFs: Wie hoch ist das Risiko für Anleger?

Das Bild zeigt Davor Horvat, Gründer & Vorstand der Honorarfinanz AGIn der Praxis bergen Swap-ETFs kein überdurchschnittliches Risiko, da viele ETF-Anbieter diverse Sicherheitsmaßnahmen bieten. Durch den täglichen Ausgleich der Sicherheiten – sog. Swap-Rest – Übersicherung oder den Einsatz mehrerer Swap-Kontrahenten können Anbieter das Risiko synthetischer ETFs minimieren. Das macht die Ausfallwahrscheinlich relativ gering, auch deshalb, weil der Swap-Kontrahent des ETFs häufig der Mutterkonzern des ETF-Anbieters ist. Allerdings sollten dennoch Faktoren wie die Intransparenz von Swap-ETFs sowie das Kontrahentenrisiko nicht ignoriert werden, denn im Vergleich zu physischen Replikationsmethoden sind das in jedem Fall Nachteile der synthetischen ETFs. – Davor Horvat, Honorar-Anlageberater // Bafin ID: 10138885

Kontrahentenrisiko bei Swap-ETFs

Das Kontrahentenrisiko beschreibt den Fall, dass eine der beiden Parteien des Tauschgeschäfts Insolvenz anmelden könnte. Generell gilt, dass das Kontrahentenrisiko zunimmt, je unterschiedlicher die erzielte Rendite auf beiden Seiten ist. Allerdings ist dieses Risiko der synthetischen ETFs begrenzt, denn per Gesetz ist das Kontrahentenrisiko aus einem Swap auf maximal 10 % des Fondvermögens reguliert.

Die Kontrahenten können zudem zusätzliche Sicherheiten zur Absicherung des Tauschs vereinbaren. In diesem Fall spricht man von „funded Swaps“ oder „fully funded Swaps“. Darunter versteht man, dass der Kontrahent, der in die Aktien des Referenzindex investiert zusätzlich z. B. sichere Staatsanleihen kauft, um das Risiko weiter zu reduzieren. Funded Swaps sind dabei teilweise besichert und fully funded Swaps sogar voll besichert – zum Teil sogar bis zu 30 % übersichert. Werden für das Tauschgeschäft keine Sicherheiten vereinbart, spricht man von „unfunded Swaps“.

Wichtig zu wissen: Das Kontrahentenrisiko ist ein zusätzliches Risiko bei allen synthetischen ETFs, bei Indexfonds mit physischer Replikation tritt es nicht auf, da hier keine Kontrahenten auftreten und keine Tauschgeschäfte gemacht werden.

Mangelnde Transparenz als Risiko von Swap-ETFs

Ein entscheidendes Risiko bzw. ein Nachteil von ETFs mit synthetischer Replikation ist die mangelnde Transparenz für Anleger. Denn wer sich z. B. für einen S&P 500 mit synthetischer Replikation entscheidet, investiert nicht in die Unternehmenswerte, die der Index eigentlich abbilden soll. Das liegt daran, dass das Geld der Anleger in einen Wertpapierkorb investiert, der als Sicherheit für das Tauschgeschäft dient. Die Wertpapiere in diesem Korb müssen jedoch nicht zwangsweise mit den Titeln des nachgebildeten Index übereinstimmen. Wer also mit dem S&P in amerikanische Aktien investieren möchte, tut das unter Umständen gar nicht. Im Gegensatz zu physisch replizierenden ETFs sind deshalb die einzelnen Allokationen im Produktdatenblatt von Swap-ETFs nicht aufgeführt.

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Fazit: Die Vor- und Nachteile von Swap-ETFs im Überblick

Anleger, die sich für die Investition in Swap-ETFs entscheiden, sollten sich vorab mit den Vor- und Nachteilen von synthetisch replizierenden ETFs beschäftigen. So lässt sich leichter entscheiden, ob ein Swap-basierter ETF ins eigene Anlageportfolio passt oder ob ein physisch replizierender Fonds die bessere Wahl ist.

Die Vor- und Nachteile von Swap-ETFs im Überblick:

Vorteile

  • Swap-ETFs ermöglichen die Investition in Nischenmärkte und Rohstoffe
  • Reduzierter Tracking Error
  • Synthetisch replizierende ETFs sind langfristig kosteneffizienter
  • Häufig bessere Performance durch geringere ETF-Kosten und niedrigere Tracking Difference

Nachteile

  • Anleger investieren nicht in die Unternehmenswerte, die der Index eigentlich abbilden soll
  • Mangelnde Transparenz für Anleger
  • Kontrahentenrisiko (auf maximal 10 % des Fondsvermögens begrenzt)
  • Komplexe Funktionsweise, für unerfahrene Anleger schwerer nachvollziehbar

Swap-ETFs können eine sinnvolle Ergänzung zum Portfolio darstellen, wenn man z. B. an der Wertentwicklung von Rohstoffen oder bestimmte Nischenmärkten teilhaben möchte. Geht es um die Investition in Standard-Indizes wie beispielsweise einen MSCI World ETF, sind Anleger jedoch in der Regel mit physisch replizierenden Indexfonds besser beraten, da hier eine höhere Transparenz gegeben ist.

Da Swap-ETFs insbesondere für Börseneinsteiger ein komplexes Thema sind – und viele Anleger auch unwissentlich einen synthetischen ETF im Portfolio haben – kann professionelle Unterstützung bei der Auswahl der geeigneten Fonds sinnvoll sein. Fragen Sie sich, ob ein Swap-ETF für Ihre Anlageziele geeignet ist oder möchten Ihr ETF-Portfolio auf Optimierungspotenziale überprüfen lassen, steht Ihnen die Anlageberatung  der Honorarfinanz gerne zur Seite. Unsere Honorarberater vor Ort sind jederzeit für Sie da und beraten Sie gerne rund um das Thema Aktien, ETFs und den Aufbau Ihres Portfolios.

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Davor Horvat

Davor Horvat ist seit 1995 in der Finanzbranche tätig. Als staatlich zugelassener Honorar-Anlageberater konzentriert er sich auf ganzheitliche Finanz- und Liquiditätsplanung mit Fokus auf Exchange Traded Funds (ETFs). Davor Horvat ist Gründer und Vorstand der Honorarfinanz AG. Seine mehr als 25-jährige Erfahrung in der Finanzbranche gibt er in zahlreichen Publikationen und Interviews, aber auch in Seminaren an Anleger weiter.


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